Donnerstag, 3. Juni 2010

Letzte Bestellung

So, das dürfte es jetzt gewesen sein. Die letzte Order kam an. Riemen, Kielband, Mastleder um die Reibungspunkte zu schützen, noch einmal Lack und Verdünner, ein bisschen von dem und von dem und Schrauben in etlichen Größen aus Bronze passend zu den Beschlägen.
Toplicht
Was mich besonders freut sind die Leinen in klassischer Hanfoptik. Hach sind die schön.
Die Rechnung war noch mal gesalzen. Spass gemacht hat es trotzdem aus dem dicken Katalog von Toplicht aus tausenden von traditionellen Teilen die passenden auszusuchen. Der Toplichtkatalog besteht fast nur aus maritimen Teilen die für traditionellen Bootsbau notwendig sind. Da gibt es noch so alte Werkzeuge und Materialien wie Kalfatereisen, Nieteisen, Kupfernieten, Kupfernägel, Mastbeschläge und vieles andere aus Bronze und noch so vieles mehr aus Messing. Alles schön glänzend natürlich.
Ein richtiges kleines Schätzchen das beim blättern zum träumen verleitet und damit dafür sorgt das die Rechnung immer dicker wird.

Dienstag, 25. Mai 2010

Lackieren

Tja, damit ist das auch so eine Sache. Der 2 Komponenten Lack aus Härter und Lack bestehend muss zunächst etwa 30 Minuten reagieren bevor er verarbeitet werden kann. Dann muss er gaaanz dünn aufgetragen werden damit er auf der geschliffenen Epoxioberfläche nicht verläuft.
Was gar nicht so einfach ist oder um es kurz zu machen - es geht nicht. Das Zeug läuft an den Kanten weg da kann ich machen was ich will.
Der Lack ist sehr wetterbeständig, sehr hart aber auch nass sehr staubanfällig. Soll heißen jedes Staubkörnchen in der Luft sorgt für ein kleines Pickelchen auf der Oberfläche. Vorsichtig lackieren, vorsichtig gehen und immer aufpassen das nicht zu viel Luft aufgewirbelt wird. Ich habe zwar alles mehrfach abgestaubt und gesaugt aber es gibt immer noch unzählige Ecken mit Werkzeug und irgendwelchen Teilen auf denen immer noch Staub und gröberer Dreck von der Herstellung liegt.
Kleinteile
Nach dem Trocknen wieder anschleifen. Grob entstauben, warten bis sich der Staub in der Luft gelegt hat, noch einmal entstauben dann wieder gaaanz dünn auftragen und blos nicht zu viel Luft aufwirbeln.
Ach

Mittwoch, 19. Mai 2010

Aminröte

Nein das hat nix mit falscher Scham zu tun. Das ist vielmehr der Begriff für eine Art Fettschicht die sich auf einer epoxibeschichteten Oberfläche bildet. Bilden kann. Oder auch nicht. Und da hängt der Haken.
Die Oberfläche des Bootes wurde zunächst mit einer Epoxisperrschicht gegen eindringendes Wasser und Feuchtigkeit abgesperrt. Darüber kommen dann 3 oder 4 Schichten Hochglanzlack der wiederum dafür sorgt dass das Epoxi nicht ausbleicht. Es hat nämlich keinen UV-Schutz.
Auf einer Aminröte hält allerdings keine Lackierung. Es halten sich tapfer die unterschiedlichen Gerüchte das bei der Epoxiverarbeitung eine Aminröte immer auftritt und andere das eine Aminröte nur während bestimmten Umgebungseinflüssen entsteht. Beispielsweise wenn die Luftfeuchte zu hoch ist, die Lufttemperatur zu niedrig ist, das Material zu kalt ist usw.
Niemand kann mir allerdings sagen wie man diese Aminröte denn nun erkennt. Auch da gibt es Aussagen das sie nicht unbedingt sichtbar sein muss aber trotzdem da sein kann. Muss aber nicht. Ein wahres Phänomen also diese Fettschicht.
Es gibt verschiedene Ansätze epoxibeschichtete Teile zum lackieren vorzubereiten:
  • Abwaschen mit klarem Wasser und anschließendes trockenreiben. Sonst bleibt die Aminröte mit dem Wasser stehen und der Effekt ist gleich null
  • Abwaschen mit klarem Wasser und einem Schuss Pril als Fettlöser ansonsten wie gehabt
  • Abwaschen mit klarem Wasser und bloß kein Pril sonst haftet die nächste Schicht nicht auf der Schmiere
  • Abwaschen mit klarem Wasser, trockenreiben und anschließend mit Epoxiverdünner reinigen.
  • Abwaschen mit klarem Wasser, trockenreiben und bloß kein Epoxiverdünner sonst haftet die nächste Schicht nicht auf der Schmiere.
  • Abwaschen mit klarem Wasser, trockenreiben und anschließend mit Polyesterreiniger des Lackherstellers reinigen
  • ...bloß nicht. Siehe oben.
  • Abwaschen mit Aceton aber nur das gute aus der Apotheke und nicht das aus dem Baumarkt weil das nicht pur genug ist und dann Schmiere verursacht.
  • ächz
Ich habe mich für Aceton entschieden. Die Apotheke war näher als der Baumarkt.
Hoffentlich hält der Lack.

Mittwoch, 12. Mai 2010

Schleifen

Mit einer Oberfläche ist das so eine Sache. Zunächst musste nach dem schleifen des Holzes eine Epoxigrundierung gemacht werden die das Holz gegen Feuchtigkeit absperrt. Nach zwei Wochen soll nach den Vorgaben des Lackherstellers erst mit dem schleifen der Epoxibeschichtung begonnen werden um dann mit dem Lackauftrag zu beginnen.
Die Beschichtung ist gemacht, zwei Wochen sind um und das schleifen ist eine einzige Schinderei.
Epoxischleifen
Epoxi hat die Eigenschaft bei Wärme schmierig zu werden. Schleifen bewirkt durch die Reibung Wärme und das Resultat ist nach kürzester Zeit zugesetztes Schleifpapier. Die großen Flächen kann ich mit der neu angeschafften Rotex schleifen. Ein tolles Maschinchen. Die Ecken und schlecht zugänglichen Bereiche müssen mit der Fein oder mit der Hand gemacht werden. Der Verbrauch an Schleifpapier und die Entwicklung von feinem Schleifstaub ist gigantisch und natürlich muss alles mit Staubmaske gemacht werden die auf die Nase drückt.
Insgesamt ein wirklich mieser Job.

Donnerstag, 29. April 2010

Mast und Segel

Das Segel ist da. Ich ließ es aus leichtem Material in rotbraun anfertigen.
Luggersegel
An der Spiere wird es mit einer Reihleine befestigt und am Baum nur an den Eckpunkten. Am Mast wird das Fall zum hochziehen nur durch einen einfache Bohrung laufen.
Der Sitz der Bohrung im Mast und auch die Befestigung des Falls an der Spiere ist nicht genau angegeben. So musste ich ein Arrangement auf der Terrasse legen um zu sehen wie sich das ganze darstellt um die Bohrungen an den richtigen Stellen zu machen.
Auch die Spiere und der Baum werden an den Enden gebohrt um Befestigungsleinen durchzuziehen.
Der Baum sollte schlussendlich nicht zu tief stehen sonst saust er mir bei einer Wende an den Kopf und segeln soll ja erholsam sein gell?

Donnerstag, 8. April 2010

Klampen

Na ja, wohl eher Klämpchen.
Ein paar brauche ich. Ich mache Sie aus Holz. Kirschbaum um genau zu sein. Aus dem alten Kirschbaum den wir vor ein paar Jahren im Garten gefällt haben und von dem ich in weiser Voraussicht die brauchbarsten Langteile aufgehoben hatte um ganz genau zu sein. Quasi zentraleuropäischer Kirschbaum wie er gar nicht europäischer sein kann.
So bleibt ein Stückchen Kindheitserinnerung immer erhalten und begleitet mich während meiner schönsten Jahreszeit bei dem was mir am liebsten ist.
Sehr vieles an den Klampen ist Handarbeit. Das einzigste was ich mit Maschinen machen konnte war zunächst aus dem großen Block des Stammes ein paar Leisten schneiden und diese aushobeln.
Klampenrohling
Alles andere muß in Handarbeit gemacht werden. Vom ablängen mit der feinen Japanhandsäge damit es keine Ausrisse gibt, über das einschneiden, bohren, schleifen bis zum feilen der kleinen Rundungen mit Schlüsselfeilen. Die Klötzchen sind einfach zu klein um sie mit irgendwelchen Werkzeugen bearbeiten zu können. Die Oberfläche wird die gleiche wie am Boot. Zunächst eine Epoxibeschichtung und dann 3 oder 4 Gänge mit Hochglanzlack.
Klampen
Ich denke auch ohne Lack sind sie schon ganz hübsch geworden gell?

Samstag, 6. März 2010

Fussboden

Trotz der doch geringen Stärke von 8 mm erweisen sich die Bodenbretter als recht zäh. Die Kurven des kleinen Bootchens sind doch ziemlich extrem und es braucht einige Kraftaufbringung um die Bretter an die Bodenwrangen zu pressen. Das mittlere Brett über dem Kiel wird verschraubt, die beiden anschließenden sollen lose und herausnehmbar sein, und die äußeren wiederum festverschraubt.
Fussboden
Die kleinen Klötzchen aus Mahagoni sind nicht ganz festgeschraubt wodurch sie etwas Lose haben und sind dadurch zum drehen gedacht. Die Theorie ist das einfach die Klötzchen gedreht werden und dann das mittlere Brett herausgenommen werden kann. Die Praxis wird’s zeigen denn wie oben erwähnt braucht es einige Gewalt um das Brett in die Biegung des Bodens zu zwingen.
Noch sind die Bretter roh und nur geschliffen. Die Kanten sind alle schön abgerundet so das man sich im Sommer barfuss nicht daran stossen kann. In den nächsten Tagen werden die Bretter durch und durch mit Owatrol getränkt das sich in die Poren hineinsetzt und dafür sorgt das kein Wasser mehr eindringen kann. Vielleicht kann ich die Bretter dann, wenn sie nass sind, etwas vorspannen in der Hoffnung das sie sich dann leichter einsetzen lassen.

Montag, 1. März 2010

Baum und Spiere

Nachdem ich aus der Kältestarre erwacht bin konnte es weitergehen.
Die beiden vergleichsmäßig dünnen Stangen wurden nach dem gleichen System gefertigt wie der Mast. Beide sind auch unsymmetrisch konisch. Auch sind sie zwar um mehr als die Hälfte kürzer als der Mast aber auch dünner.
Baum-und-Spiere
Je kleiner der Durchmesser desto schwieriger wird es die Rundung gleichmässig zu erhalten. Jeder Hobelstrich zuviel macht sich da bemerkbar. Der letzte Arbeitsgang mit dem Handhobel um die kleinen Kanten zu runden war eine sehr feinfühlige Arbeit weil die Kanten teilweise auf dem hellen Holz nicht zu sehen waren sondern nur zu fühlen. Zum Glück gibt es ja Schleifpapier. Damit rubbeln sich die kleinsten Kanten weg.

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