Oberfläche

Dienstag, 8. Juni 2010

Lackieren II

Ich erwähnte es schon. Das Lackieren mit dem 2 Komponenten Hochglanzlack ist eine echte Scheissarbeit. Das Zeug ist Stellenweise in weniger als 24 Stunden, bis ich nach der Arbeit nach Hause komme, hart wie ein Stein und muss vor dem nächsten Streichen angeschliffen werden. Nach Herstellerangaben kann innerhalb von 24 Stunden ohne Zwischenschliff überstrichen werden doch die Erfahrung lehrte mich eines besseren. Die zweite Lackschicht blieb stehen wie auf Seife, bildete Fischaugen und musste komplett wieder runter.
Das heißt vor jedem Anstrich müssen sämtliche Ecken und Kanten, der Schwertkasten, die Bodenwrangen deren Seiten und alles was mit Lack zu tun haben soll gründlich angeschliffen werden damit die nächste Schicht hält. Nach dem Schleifen kämpfe ich mit dem Schleifstaub der sich auch in alle Ecken und Kanten niederlässt. Zunächst sauge ich den Staub ab und wische dann mit einem zarten Tuch und Aceton nach. Dann kann ich den Lack ansetzen der etwa 30 Minuten braucht bis sich die beiden Teile aneinander gewöhnt und liebgewonnen haben, dann noch einmal nachwischen um den Staub der sich aus der Luft abgesetzt hat zu entfernen und dann erst kann die Lackierung stattfinden. Das ganze dann 4 mal. Die waagerechten Elemente und der Schwertkasten wurden zuerst lackiert. Um Rotznasen zu vermeiden weil das Zeug doch sehr dünnflüssig ist kamen dann die Innenseiten dran. Das Bootche wurde auf die Seite gekippt um die nahezu senkrechten Planken zu bearbeiten. Zuerst die eine Seite 4 mal dann die andere Seite 4 mal. Innen versteht sich. Aussen kommt jetzt. Wenn wieder Lack da ist. Der ist nämlich mittlerweile alle.
Die Fingerkuppen sind mittlerweile mit einer festen und grauen Lackschicht überzogen, die Lungen fühlen sich frei an und die Träume sind süss. Ungeziefer wie Mücken, Spinnen und anderes Kleingetier bleiben fern oder fallen vom Himmel.
Allmählich zieht es sich.

Dienstag, 25. Mai 2010

Lackieren

Tja, damit ist das auch so eine Sache. Der 2 Komponenten Lack aus Härter und Lack bestehend muss zunächst etwa 30 Minuten reagieren bevor er verarbeitet werden kann. Dann muss er gaaanz dünn aufgetragen werden damit er auf der geschliffenen Epoxioberfläche nicht verläuft.
Was gar nicht so einfach ist oder um es kurz zu machen - es geht nicht. Das Zeug läuft an den Kanten weg da kann ich machen was ich will.
Der Lack ist sehr wetterbeständig, sehr hart aber auch nass sehr staubanfällig. Soll heißen jedes Staubkörnchen in der Luft sorgt für ein kleines Pickelchen auf der Oberfläche. Vorsichtig lackieren, vorsichtig gehen und immer aufpassen das nicht zu viel Luft aufgewirbelt wird. Ich habe zwar alles mehrfach abgestaubt und gesaugt aber es gibt immer noch unzählige Ecken mit Werkzeug und irgendwelchen Teilen auf denen immer noch Staub und gröberer Dreck von der Herstellung liegt.
Kleinteile
Nach dem Trocknen wieder anschleifen. Grob entstauben, warten bis sich der Staub in der Luft gelegt hat, noch einmal entstauben dann wieder gaaanz dünn auftragen und blos nicht zu viel Luft aufwirbeln.
Ach

Mittwoch, 19. Mai 2010

Aminröte

Nein das hat nix mit falscher Scham zu tun. Das ist vielmehr der Begriff für eine Art Fettschicht die sich auf einer epoxibeschichteten Oberfläche bildet. Bilden kann. Oder auch nicht. Und da hängt der Haken.
Die Oberfläche des Bootes wurde zunächst mit einer Epoxisperrschicht gegen eindringendes Wasser und Feuchtigkeit abgesperrt. Darüber kommen dann 3 oder 4 Schichten Hochglanzlack der wiederum dafür sorgt dass das Epoxi nicht ausbleicht. Es hat nämlich keinen UV-Schutz.
Auf einer Aminröte hält allerdings keine Lackierung. Es halten sich tapfer die unterschiedlichen Gerüchte das bei der Epoxiverarbeitung eine Aminröte immer auftritt und andere das eine Aminröte nur während bestimmten Umgebungseinflüssen entsteht. Beispielsweise wenn die Luftfeuchte zu hoch ist, die Lufttemperatur zu niedrig ist, das Material zu kalt ist usw.
Niemand kann mir allerdings sagen wie man diese Aminröte denn nun erkennt. Auch da gibt es Aussagen das sie nicht unbedingt sichtbar sein muss aber trotzdem da sein kann. Muss aber nicht. Ein wahres Phänomen also diese Fettschicht.
Es gibt verschiedene Ansätze epoxibeschichtete Teile zum lackieren vorzubereiten:
  • Abwaschen mit klarem Wasser und anschließendes trockenreiben. Sonst bleibt die Aminröte mit dem Wasser stehen und der Effekt ist gleich null
  • Abwaschen mit klarem Wasser und einem Schuss Pril als Fettlöser ansonsten wie gehabt
  • Abwaschen mit klarem Wasser und bloß kein Pril sonst haftet die nächste Schicht nicht auf der Schmiere
  • Abwaschen mit klarem Wasser, trockenreiben und anschließend mit Epoxiverdünner reinigen.
  • Abwaschen mit klarem Wasser, trockenreiben und bloß kein Epoxiverdünner sonst haftet die nächste Schicht nicht auf der Schmiere.
  • Abwaschen mit klarem Wasser, trockenreiben und anschließend mit Polyesterreiniger des Lackherstellers reinigen
  • ...bloß nicht. Siehe oben.
  • Abwaschen mit Aceton aber nur das gute aus der Apotheke und nicht das aus dem Baumarkt weil das nicht pur genug ist und dann Schmiere verursacht.
  • ächz
Ich habe mich für Aceton entschieden. Die Apotheke war näher als der Baumarkt.
Hoffentlich hält der Lack.

Mittwoch, 12. Mai 2010

Schleifen

Mit einer Oberfläche ist das so eine Sache. Zunächst musste nach dem schleifen des Holzes eine Epoxigrundierung gemacht werden die das Holz gegen Feuchtigkeit absperrt. Nach zwei Wochen soll nach den Vorgaben des Lackherstellers erst mit dem schleifen der Epoxibeschichtung begonnen werden um dann mit dem Lackauftrag zu beginnen.
Die Beschichtung ist gemacht, zwei Wochen sind um und das schleifen ist eine einzige Schinderei.
Epoxischleifen
Epoxi hat die Eigenschaft bei Wärme schmierig zu werden. Schleifen bewirkt durch die Reibung Wärme und das Resultat ist nach kürzester Zeit zugesetztes Schleifpapier. Die großen Flächen kann ich mit der neu angeschafften Rotex schleifen. Ein tolles Maschinchen. Die Ecken und schlecht zugänglichen Bereiche müssen mit der Fein oder mit der Hand gemacht werden. Der Verbrauch an Schleifpapier und die Entwicklung von feinem Schleifstaub ist gigantisch und natürlich muss alles mit Staubmaske gemacht werden die auf die Nase drückt.
Insgesamt ein wirklich mieser Job.

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